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100
Jahre Ortsverein Wiesbaden Sehr
geehrte Frau Hagmans,
der Sozialdienst katholischer Frauen in Wiesbaden feiert heute sein 100-jähriges Jubiläum, und ich möchte Ihnen allen die herzlichsten Grüße der Stadtverordnetenversammlung und der Wiesbadener Bürgerschaft übermitteln. Es ist ein beeindruckendes Jubiläum, das wir heute feiern. Gegründet im Jahr 1907 als „Fürsorgeverein Johannesstift e.V. zu Wiesbaden“, galt der Vereinszweck, wie es seinerzeit formuliert wurde, dem „Schutz und der Rettung sittlich gefährdeter und gefallener Mädchen, Frauen und Kinder, sowie der verwahrlosten Jugend“. Das ist eine sehr plakative Sprache, die man so heutzutage sicherlich nicht mehr wählen würde. Die Probleme, und damit auch die Ziele des Vereins, sind jedoch im Kern dieselben geblieben, mögen sie heute auch „moderner“ umschrieben werden. Es geht darum, Mädchen und Frauen insbesondere dort Angebote zu machen, wo andere Hilfen nicht ausreichen oder ganz fehlen. Ein hervorragendes Beispiel ist hier die vom SkF seit 2003 getragene „Aktion Moses“: Frauen, die durch verschiedenste persönliche Umstände verzweifelt sind, sich in einer ausweglosen Notlage sehen und glauben, ihre Mutterschaft geheimhalten zu müssen, wird die Möglichkeit einer vertraulichen, anonymen Geburt geboten. Dies ist ein Betreuungsangebot, das es so bislang noch nicht gab. Aber auch in anderen Bereichen leistet der Sozialdienst katholischer Frauen bekanntlich wertvolle Arbeit, die sich durch das hohe zeitliche Engagement und das große Einfühlungsvermögen ehrenamtlicher Kräfte auszeichnet: Die Helferinnen beraten schwangere Frauen und alleinerziehende Mütter, sie schalten sich auf Wunsch bei familiären Konflikten im Wege einer Mediation ein, und sie gehen auf junge Menschen zu, um mit ihnen über die für Jugendliche so wichtigen Themen „Freundschaft, Liebe, Sexualität und Verantwortung“ ins Gespräch zu kommen. Diese und noch viele andere Beratungsangebote werden ergänzt durch zahlreiche praktische Hilfen wie etwa die Bereitstellung von Schwangerschaftskleidung, Baby- und Kinderausstattung, auch wird in bestimmten Situationen finanzielle Unterstützung gewährt - die Liste könnte fast unendlich fortgesetzt werden. All dies zeigt uns, dass der Sozialdienst katholischer Frauen einen wichtigen, nicht mehr wegzudenkenden Knoten im sozialen Netz unserer Stadt bildet. Er ist fest verankert im uralten Gedanken christlicher „Caritas“ und steht trotzdem, nein: gerade deswegen mitten im Hier und Jetzt. Das wird durch das Titelbild der Festschrift und der Einladung zur heutigen Feierstunde, wie ich finde, ganz hervorragend ausgedrückt: Es zeigt zwei junge Frauen, die in ihrer äußerlich sichtbaren Unterschiedlichkeit vom SkF wahrgenommen und angenommen werden. Ihnen gilt, stellvertretend für alle Mädchen und Frauen, das zentrale Anliegen des Vereins, Hilfe für Kinder, Jugendliche, Frauen und deren Familien unabhängig von Konfession und Religion anzubieten. Der Sozialdienst katholischer Frauen gibt seinem Kürzel „SkF“ im Internet-Auftritt eine weitere, neue Übersetzung: „SkF: Sozial – kreativ – flexibel“. Das sind keine leeren Worte, vielmehr haben die vielen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen in der Vergangenheit diesen hohen Anspruch durch ihr tatkräftiges Engagement mit Leben erfüllt. Ich bin sicher, dass es ihnen auch in Zukunft gelingen wird.
Vielen Dank!
Copyright
© 2004 - 2012 Sozialdienst katholischer Frauen
Wiesbaden
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von Frau Thiels |
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