100 Jahre Ortsverein Wiesbaden
Grußwort von Hanno Heil
Ordinariatsrat im Bischöflichen Ordinariat Limburg, Dezernat Caritas,
Vorstandsvorsitzender des
Caritasverbandes für die Diözese Limburg e.V.

Sehr geehrte Damen des Vorstandes,
sehr geehrter Herr Schmidt,
sehr geehrte Festgäste,

anlässlich Ihres 100-jährigen Jubiläums überbringe ich Ihnen die herzlichen Glück­wünsche des Bischöflichen Ordinariats und des Diözesancaritasverbandes

Menschen die sich für soziale Belange einsetzen, werden von ihren Zeitgenossen bisweilen als Weltverbesserer, Sozialfuzzi’s oder Gutmenschen tituliert. Damit sind sie abgestempelt als Menschen denen man zwar viel guten Willen aber wenig Realitätssinn attestieren kann.

Wenn wie hier eine soziale Arbeit über 100 Jahre durchgetragen wurde, dann waren keine wohlmeinenden Phantasten am Werk, die glaubten mit ihren An­strengungen eine andere Welt hervorzaubern zu können. Wir beglück­wünschen heute Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SkF, auch nicht als Menschen, die ihre täglich neue Arbeit an sozialen Problemlagen als schick­sals­schwere Strafe verstanden wie Sisyphus und sich täglich neu und heroisch der Verzweifelung entgegengestemmt haben.

Wir feiern vielmehr, dass hier Menschen aus der Spannung des Gebots der Nächstenliebe und der Verheißung einer neuen Welt auf der einen Seite und auf der anderen Seite des Wissens aus dem Evangelium, dass sie immer Arme unter sich haben werden, ca 36.500 Tage mit langem Atem und immer wieder erneuertem Geist und Elan soziale Arbeit geleistet haben. Ihre Festschrift, für die ich Ihnen besondere Anerkennung aussprechen möchte, beschreibt diese lange Strecke - die Durststrecken und die Fortschritte - sehr anschaulich. Und wir feiern vor allem, wie wir das eben im Gottesdienst ausgedrückt haben, den Dank an Gott, der Ihnen dieses Werk ermöglicht hat.

Auch unser Bischof emeritus Franz Kamphaus hat zu Ihrer Festschrift ein Grußwort beigesteuert. Einer der Titel des Bischofs ist seit den Anfängen der Kirche der Titel „Pater Pauperum“: Vater der Armen. Es gehört zu den vor­nehmsten Aufgaben des Bischofs für die Armen in seinem Bistum zu sorgen. Dies kann er nicht allein. Deshalb hat er sich von früh an mit Helferinnen und Helfern umgeben und dazu zählen solche Matres Pauperum, Mütter der Armen, wie Sie hier im SkF.

Matres pauperum, das ist ein Spezifikum des SkF . Modern würden wir sagen sie arbeiten nach dem Genderansatz, sie vertreten eine geschlechtsspezifische Diakonie. Dieser Ansatz war von den Anfängen bei Agnes Neuhaus her ein sehr selbstbewusstes Wahrnehmen, dass Armut und Not nicht nur eine öffentliche Seite hat, der durch öffentliche Maßnahmen, Gesetze und Einrichtungen und Dienste begegnet wird, sondern dass Armut und Not ebenso eine ganz per­sönliche, ja intime Seite hat. Diese Seite erschließt sich nur im Gespräch und in der Begleitung, für die Nähe notwendig sind, und eben oft die Nähe der eigenen Geschlechtsgenossin oder biblisch gesprochen der Mitschwester.

Wieviele dieser Gespräche und Begleitungen in den vergangenen 100 Jahren in diesen Räumen stattgefunden haben, können wir heute nur ahnen.

Ein weiteres Spezifikum Ihres Dienstes hier in Wiesbaden ist die gute Durchmischung von ehren- und hauptamtlicher Arbeit, die sich darin zeigt, dass spezialisierte professionelle Dienste wie die Schwangerenberatung mit ehren­amtlichen Aufgaben wie z. B. AnziehTreff oder Betreuungsdienst eng verzahnt sind. Der ehrenamtliche Vorstand und die ehrenamtliche Geschäftsführung voll­ziehen diese Verzahnung praktisch in eigener Person, indem sie ehrenamtlich Aufgaben wahrnehmen, die durchaus professionellen Charakter haben.

Die einzelnen Arbeitsfelder Ihres Vereins Schwangerenberatung, Betreuungen, das Mosesprojekt und nicht zuletzt das Johannesstift verdienten jeweils einzeln eine besondere Würdigung. Wichtiger ist es an dieser Stelle Dank zu sagen für 100-jährigen Dienst für Frauen und Familien, Kinder und Jugendliche hier in Wiesbaden.

Ich darf diesen Dank im Namen unseres Diözesanadministrators Dr. Günther Geis, meiner Kolleginnen und Kollegen in der Dezernentenkonferenz und dem Bischöflichen Ordinariat insbesondere auch von Herrn Finanzdirektor Althausen und Verwaltungsdirektor Steinhauer überbringen. Nicht zuletzt darf ich Ihnen die Glückwünsche und den Dank des Diözesancaritasverbandes, der hier durch Caritasdirektor Dr. Manderscheid vertreten ist, aussprechen.

Hier stehe ich mit leeren Händen, aber dieser Glückwunsch wird in den nächsten Tagen auf Ihrem Konto auch eine konkrete Spur hinterlassen, die Sie in Ihrer Arbeit unterstützen soll.

Wir wünschen Ihnen auch für die kommenden Jahre Realitätssinn und Freude an Innovationen, langen Atem, Gottes Geist und Segen dazu.



Copyright © 2004 - 2012 Sozialdienst katholischer Frauen Wiesbaden
Alle Rechte vorbehalten

 


 



Startseite

Sitemap

ooo

Angebote

Aktuell

Der SkF

Kontakt

Links

Impressum

ooo

Satzungen

Selbstverständnis

Geschichte

In eigener Sache

Korrespondenzblatt

Stiftung

xxx

Die Anfänge

Der Aufbau

100 Jahre Wiesbaden

Festveranstaltung

ooo

Photos

Predigt Festgottesdienst

Grußworte

Festvortrag

ooo

von Herrn Heil

von Frau Handke

von Frau Thiels



Stand: 17.10.2011