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100
Jahre
Wolfgang
Schmidt In einer lebendigen Jugendhilfeumwelt ist die Veränderungsbereitschaft der in der Institution wirkenden Kräfte Grundvoraussetzung für die langfristige Sicherung der fachlichen Bemühungen. Die in dieser Festschrift eindrucksvoll geschilderte Geschichte des Johannesstiftes weist aus, dass es hier immer Menschen gab, die sich den aktuellen Herausforderungen stellten, die die Kraft zum Aufbruch, zum Neubeginn und für die dynamische Ausrichtung in die Zukunft aufbrachten.
In
dieser Tradition stehend, prägen wir unsere Epoche mit den
drei Sparten Alle Hilfearten sind aufeinander abgestimmt. Damit werden wir dem in unserer Satzung formulierten Anspruch, das gesamte Spektrum sozialer und karitativer Aufgaben abdecken zu können, Tätigkeiten auf dem Gebiet der freien Kinder- und Jugendhilfe aber durchführen zu sollen, voll gerecht. Arbeitsfeld „Sozialpädagogische Hilfen" Seit 100 Jahren unverändert dient das Johannesstift Kindern und Jugendlichen als Zufluchtsstätte, um erlittene Schäden zu überwinden und zu befürchtende Beeinträchtigungen zu verhindern. Wir gebrauchen heute eine andere Wortwahl, die Schutzfunktion der stationären Erziehungshilfe ist aber auch in der modernen Gesellschaft nicht wegzudenken.
In sieben Wohngruppen/Erziehungshilfestationen und einem Haus für Mütter/Väter und deren Kinder stellen wir differenzierte Wohnmöglichkeiten in sachgerechter Ausstattung zur Verfügung. Im Wiesbadener Vorort Erbenheim praktiziert ein Pädagogenehepaar eine Lebensgemeinschaft mit bis zu fünf Kindern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren Eltern leben. Hier hatte viele Jahre lang auch ein geistig behindertes Kind sein Zuhause. Die Großfamilie ist voll in das kulturelle Leben im Stadtteil integriert.
Wohngruppen für Mädchen unterhalten wir im Haupthaus, in der Innenstadt und im Wiesbadener Vorort Sonnenberg. Sie unterscheiden sich durch Gruppengröße und Betreuungsstruktur. Die in den vergangenen Jahren gestiegene Nachfrage nach Plätzen für junge Menschen mit psychotischen, Borderline- oder psychosomatischen Störungen befriedigen wir in einer intensiv arbeitenden Wohngruppe mit mindestens neun Plätzen, deren Mitarbeiterinnen über diverse einschlägige Zusatzqualifikationen verfügen. Hier profitieren wir noch von den Erfahrungen mit der Einzelbetreuung, einem äußerst wirkungsvollen Angebotsfeld in den 80er Jahren, das wegen seiner vermeintlich hohen Kosten bedauerlicher Weise dem Sparzwang der kommunalen Kostenträger zum Opfer fiel. Auch in unserer Mädchenwohngruppe mit mindestens sieben Plätzen im östlichen Stadtteil Sonnenberg wird Betreuung über Tag und Nacht praktiziert. Jugendlichen, die nicht mehr in der eigenen Familie leben können, wird von den professionellen Bezugspersonen eine aufrichtige und respektvolle Beziehung angeboten. Darüber wird Vergangenheitsbewältigung gefördert und Zukunftsfähigkeit erlernt. In unserer seit 1979 arbeitenden Innenstadtwohngruppe, damals unter dem Namen Verselbstständigungs-gruppe unser erster Dezentralisierungsschritt, wird bei den in der Regel fünf Bewohnerinnen besonders stark auf Selbstregulierung gesetzt. Die pädagogischen Fachkräfte bieten situationsangemessene Präsenz an.
Für unsere drei geschlechtsgemischten Wohngruppen in den Vororten Rambach, Bierstadt und Biebrich/Schierstein stehen geräumige Häuser mit stark binnendifferenzierter Wohnstruktur für die in der Regel neun Bewohner(innen) zur Verfügung. In allen Teams arbeiten erfahrene und belastbare pädagogische Fachkräfte mit den Methoden der Gesprächsführung, der Transaktionsanalyse und familientherapeutischen Ansätzen. Das Aushandeln gegenseitiger Achtungsregeln und strukturiertes Verselbstständigungstraining stellen die Basiselemente des Betreuungsangebotes dar.
In unserem in den letzten Jahren generalsanierten Mutter-Vater-Kind-Haus bieten wir zwölf großzügig bemessene Wohneinheiten an. Pädagogische Fachkräfte sind an 365 Tagen und Nächten im Jahr präsent, um sich jederzeit regulierend einer Klärungsnotwendigkeit zuwenden zu können. Für die Bewohnerinnen und Bewohner wird ein ausgeklügeltes Elternkompetenztraining angeboten. Damit tragen wir der fachlichen Forderung nach Vermittlung von frühkindlichen Erfordernissen an eher bildungsferne Personen Rechnung. Es gibt Entlastung für die jungen Eltern in Krisensituationen, eine möglicherweise beabsichtigte Inpflegegabe eines Kindes wird begleitet und persönliche Nachreifeprozesse gezielt gefördert. Insgesamt stellen wir in unserem Arbeitsfeld „sozialpädagogische Hilfen" 66 stationäre Plätze bereit. Bei starker Nachfrage sind wir in der Lage, kurzfristig aufzustocken. Jeder Einzelverlauf wird evaluiert. Dieser selbst gewählte Aufgabenschwerpunkt wird von einem renommierten Institut wissenschaftlich begleitet. Durch den deutlichen Schwerpunkt auf Beobachtung von Wirkfaktoren im pädagogischen Prozess ist es uns möglich, Aussagen über die Ergebnisse der pädagogischen Bemühungen zu treffen. Dieser ehrliche Nachweis dient der Transparenz gegenüber den Leistungsberechtigten und der Rechtfertigung gegenüber dem Kostenträger. Die bisher nachgewiesenen Erfolge unserer Bemühungen dienen als Ansporn, die ständig neuen Herausforderungen mit Zuversicht anzugehen.
Seit 1988 ist dem Johannesstift von der Landeshauptstadt Wiesbaden die Aufgabe übertragen worden, Kinder und Jugendliche von 12 bis 18 Jahren außerhalb der Dienstzeiten des Jugendamtes zur Behebung von Notsituationen aufzunehmen. Für diese so genannte Inobhutnahme stehen permanent zwei Plätze in der Einrichtung zur Verfügung. Die Abteilung wird von Anita Ungeheuer-Eicke und Doris Schulz, zwei ausgewiesenen Fachkräften, die seit 1979 und 1980 in verschiedenen Funktionen im Johannesstift tätig sind, umsichtig und verantwortungsvoll geleitet. Arbeitsfeld „Agnes-Neuhaus-Schule" Nach zwölfjähriger Bewährung als staatlich genehmigte Ersatzschule wurde die nach der SkF-Gründerin benannte Schule für Erziehungshilfe und Kranke im November 1995 staatlich anerkannt. Der Zugang in die kleinste Wiesbadener Schule ist mit einem Versetzungszeugnis in die 8. Jahrgangsklasse möglich. In dieser Schule mit besonderer pädagogischer Prägung kann der Haupt- bzw. Realschulabschluss erlangt werden. Mit ihren umfangreichen und differenzierten Hilfen, der Rücksichtnahme auf besondere Schülerschwierigkeiten, der speziellen Defizitaufarbeitungsprogramme und der Förderung der praktischen Anlagen der Schüler passt sich die Schule in die Bemühung um Stabilisierung gehandicap-ter junger Menschen im Johannesstift ein. Sie steht für Kompetenz und Fachlichkeit in einem Feld, mit dem junge Menschen, wenn sie zu uns kommen, häufig bereits abgeschlossen hatten. In den mittlerweile zwölf Jahren ihres Wirkens als staatliche anerkannte Schule erreichten mehr als 200 Schülerinnen und Schüler einen Haupt- oder Realschulabschluss. Seit ihrer Gründung im Jahr 1983 leitet Kurt Hubl die Agnes-Neuhaus-Schule. Arbeitsfeld „Berufliche Bildung" Auch in diesem Sektor verfügt das Johannesstift über eine jahrzehntelange Tradition. Die Regiebetriebe des Hauses standen in der Nachkriegszeit Jugendlichen, die den Anforderungen auf dem freien Arbeitsmarkt nicht gewachsen waren, für eine qualifiziert angeleitete Förderung zur Verfügung. Sofern die jungen Menschen nach Ab-schluss der Freiwilligen Erziehungshilfe oder Fürsorgeerziehung, wie die Rechtsgrundlagen zu Zeiten des Jugendwohlfahrtsgesetzes genannt wurden, Kontakt zu der Einrichtung hielten, verfügen wir durch ungeordnete Beobachtungen tendenziell über die Rückmeldung, dass sich die beruflichen Integrationschancen durch die erfahrene Förderung deutlich verbessert haben. Seit Beginn der 80er Jahre wurden die Betriebe sachgerecht ausgestattet und bieten nun Ausbildungsplätze in zwölf anerkannten Berufen an. Die Berufsvorbereitung erfolgt in den Schwerpunktfeldern „Kulturwerkstatt" und „Arbeitserprobung". Berufsfeld Bäcker/in Eine Bäckerei bietet bis zu 200 verschiedene Brotsorten und Brötchen, Brezeln, Kuchen, Torten und Dauerbackwaren an. In diesem Ausbildungsgang wird der handwerklich-traditionelle Charakter gepflegt. Ein großer Teil der anfallenden Tätigkeiten erfolgtauch heute noch in Handarbeit. Geschicktes, zügiges Arbeiten und die Fähigkeit zu einem frühen Arbeitsbeginn werden in dem dreijährigen Ausbildungsgang trainiert und gefördert. Berufsfeld Koch / Köchin und Beikoch / Beiköchin Die verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Arbeit mit Lebensmitteln erfolgt überwiegend im Stehen. Zwingend erforderlich ist die Bereitschaft zur Arbeit an Sonn- und Feiertagen und am späten Abend. Körperliche Belastbarkeit, Kreativität bei zum Teil hoher Arbeitsgeschwindigkeit und der Umgang mit Fachausdrücken in französischer Sprache werden nach absolvierter Ausbildung vorausgesetzt.
Berufsfeld Hauswirtschafter/in und Helfer/in in der Hauswirtschaft Die abwechslungsreiche Tätigkeit zielt ab auf die Bedürfnisse von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Hauswirtschaftliche Dienstleistungen werden in Freizeiteinrichtungen, Großhaushalten, in sozialen Einrichtungen für kranke, alte und behinderte Menschen sowie in Tagungsstätten erbracht. Organisationsfähigkeit, sozial adäquate Umgangsformen und Selbstständigkeit bei der Erledigung der Dienstleistungen werden in diesem Ausbildungsgang trainiert. Berufsfeld Fachkraft im Gastgewerbe Das sehr kundenorientierte Berufsbild setzt ein gutes äußeres Erscheinungsbild voraus. Die Bereitschaft zur Übernahme von Wochenend-, Feiertags- und Abenddiensten, das Einfühlungsvermögen für Kundenwünsche, die Selbstständigkeit und die körperliche und seelische Belastbarkeit sind Inhalt des zweijährigen Ausbildungsgangs. Danach kann in einem weiteren Jahr in Kooperationsbetrieben eine Ausbildung zur Hotel- oder Restaurantfachkraft absolviert werden. Berufsfeld Maler und Lackierer/in und Bau- und Metallmaler/in In diesem Beruf wird durch Farbe zur Verschönerung und zum Schutz von Gebäuden, Räumen und Einrichtungsgegenständen beigetragen. Das geschieht durch Streichen und Tapezieren, Verlegen von Fußböden und Auftragen von Putzen. Von den Auszubildenden wird körperliche Belastbarkeit, Schwindelfreiheit und Allergiefreiheit gegenüber Staub und Lösungsmitteln gefordert. Umstellungsfähigkeit auf wechselnde Herausforderungen, Kreativität und Farbsicherheit wird in der Ausbildung gefördert.
In diesem klassischen Handwerksberuf wird gegen die Verdrängung der Handarbeit durch Massenfertigung für die Stange gearbeitet. Neben Änderungen werden auch Spezialfertigungen für Theater, Trachten u.ä. vorgenommen. Handwerkliches Geschick ist Grundvoraussetzung. Sorgfalt, Geduld, Gefühl für Formen, Farben und Materialien werden trainiert. Berufsfeld Gärtner/in In Zierpflanzenbetrieben weiß man eine Menge vom Lebensrhythmus der Pflanzen und Blumen. Es wird gelernt, mit technischen Mitteln den Lebenslauf der Pflanzen zu beeinflussen. Zur Ausübung des Berufes sind die Bereitschaft zum Erlernen botanischer Fachausdrücke in lateinischer Sprache, eine gute Beobachtungsgabe und das Gefühl für die Lebensbedingungen von Pflanzen unerlässlich. Berufsvorbereitung in der Kulturwerkstatt Ein ungewöhnlicher Einstieg in das Berufsleben: Durch Beschäftigung mit künstlerischen Medien werden die gestalterischen und motorischen Fähigkeiten geschult. Es wird gelernt, in einer Gruppe unter Anleitung zu arbeiten. Mit steigender Belastbarkeit werden Betriebspraktika eingestreut. Berufsvorbereitung mit Arbeitserprobung Dieser Einstieg in die Berufswelt erfolgt über die Vermittlung von Grundtechniken, die zu einer eigenständigen Haushaltsführung notwendig sind, insbesondere Nahrungszubereitung, Wäschepflege und -instandhaltung, Hausreinigung, einfache Renovierungsarbeiten, Säuglingspflege usw. Auch die Vermittlung von Grundwissen im Umgang mit Behörden ist Inhalt des Alltagstrainings. In jedem Jahr erlangen mehr als 50% der jungen Menschen, die eine Ausbildung bei uns begonnen haben, einen qualifizierten Abschluss. Von denjenigen, die bis zur Abschlussprüfung durchhalten, reüssieren mehr als 90%. Die meisten benutzen das erworbene Zertifikat zum Einstieg in einen Beruf, viele aber auch als wertvolle Bestätigung auf dem Weg in eine neue Lebensplanung.
Qualifizierende Beschäftigung in Arbeitsgelegenheiten Mit Inkrafttreten des Sozialgesetzbuches II am 1. Januar 2005 sollen Arbeitslosengeld II beziehenden Menschen Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung angeboten werden (Stichwort: fördern und fordern). Die Arbeitsgelegenheiten müssen zusätzlich und gemeinnützig sein. Im Johannesstift bieten wir im Einvernehmen mit der kommunalen Arbeitsagentur 50 Arbeitsgelegenheiten an, in denen die Teilnehmer/ innen eine berufliche Qualifizierung erfahren. Nachdem die langjährige Ausbildungsleiterin Ingeborg Steffen im Sommer 1999 in den Ruhestand getreten war, wurde die Leitung der Abteilung Jürgen Hamdorf übertragen, der zuvor neun Jahre lang als sozialpädagogischer Betreuer der Beruflichen Bildung wirkte. Partizipation Der Hessische Sozialminister hat am 12.6.1972 die Richtlinie „Grundrechte und Heimerziehung" erlassen. Darin wurde erstmals die Mitwirkung von Minderjährigen bei allen sie betreffenden Entscheidungen im Heim geregelt. Seit 1980 wird die institutionelle Kinder- und Jugendvertretung im Johannesstift durch den Heimrat wahrgenommen. Ein paar Jahre später wurde die Ausbildungsvertretung etabliert. Auf der Grundlage der für diese Gremien verabschiedeten Satzungen finden stets angeregte Diskussionen in der Einrichtung über die Gestaltung von Wohnen, Leben und Arbeiten statt. Einmal im Jahr findet eine vom Landesjugendamt mit den hessischen Heimratsberatern organisierte Veranstaltung über Mitbestimmungs- und Mitwirkungsrechte junger Menschen in Erziehungshilfeeinrichtungen statt. Wir beteiligen uns an Durchführung und Organisation. Die Verwaltungsarbeit für den hessischen Landesheimrat wird von Auszubildenden für den Beruf der Bürofachkraft in unserer Einrichtung durchgeführt. Sozialpolitische Aktivitäten Auf Bundesebene beteiligen wir uns im Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e.V. (BVkE) an der Mitgestaltung der Sozial- und Gesellschaftspolitik. Über die aktive Mitarbeit im Verbandsrat und in Ausschüssen transportieren wir die Forderung nach am individuellen Hilfebedarf orientierter, fachlich vernetzter kompetenter Leistung für junge Menschen und deren Familien. Im Fachbeirat des Bundesverbandes für Erziehungshilfe e.V. (AFET) pflegen wir den fachlichen Erziehungshilfedialog. Die Aktivitäten im Sozialdienst katholischer Frauen e.V. (SkF) erstrecken sich schwerpunktmäßig auf den Ausschuss „Kinder- und Jugendhilfe" und die Arbeitsfelder „Gemeinsame Wohnformen für Mütter/Väter und deren Kinder" und „Jugendsozia larbeit".
Auf Landesebene ist die Caritas-Landesarbeitsgemeinschaft (Clag) das zentrale Fachgremium. Das Johannesstift ist mit seinen Repräsentanten in Vorstand, Delegiertenversammlung und Facharbeitskreisen vertreten. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Hessen e.V. zielt auf die Schaffung menschengerechter sozialer Verhältnisse. Es ist selbstverständlich, dass wir diese Forderung durch aktive Mitarbeit in einem Facharbeitskreis unterstützen. In der Hessischen Jugendhilfekommission werden Vereinbarungen über die Ausgestaltung der „Rahmenvereinbarung für die Gestaltung der Einzelvereinbarungen über Leistungsangebote, Qualitätsentwicklung und Entgelte nach den §§ 78a ff SGB VIII" getroffen. Wir sind stolz darauf, diesen von gegenseitiger Achtung getragenen Prozess von öffentlicher und freier Wohlfahrtspflege für die gemeinsam verpflichtende Aufgabe mitgestalten zu dürfen. Auf örtlicher Ebene wird im Jugendhilfeaus-schuss mit seinem Fachausschuss „Jugendhilfeplanung" um die bedarfsgerechte Ausgestaltung auf notwendige und geeignete Kinder- und Jugendhilfe gerungen. Hier wie in den Arbeitsgemeinschaften „Erziehungshilfe" und „Jugendberufshilfe" nach § 78 SGB VIII arbeiten wir mit an Grundsatzentscheidungen für eine kinder- und jugendfreundliche Stadt. Kultur Eine Erziehungshilfeeinrichtung wirkt im Gemeinwesen der Gebietskörperschaft. In ihr leben Menschen mit oft erstaunlichen Fertigkeiten. Im Johannesstift haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, künstlerische Potentiale zu fördern. Die so gehobenen Schätze verstecken wir nicht, sondern präsentieren bei sich ergebenden Möglichkeiten die Produkte der Arbeit in Chor, Theater oder Bildhauerei in der Öffentlichkeit.
Sport Zum ganzheitlichen Förderkonzept gehören auch körperbetonte Aktivitäten. Seit vielen Jahren beteiligt sich eine Tischtennismannschaft an Betriebssportrunden in der Region und pflegt Sportfreundschaften außerhalb der Einrichtungsgrenzen. Die besonders agile Laufgruppe betätigt sich ebenfalls im Betriebssport und nimmt im April jeden Jahres am Freundschaftslauf der Wiesbadener Justizvollzugsanstalt teil. Viele Pokale, platziert an häufig frequentierten Plätzen im Johannesstift, erinnern an die errungenen Erfolge und dienen Neueinsteigern als Motivationshilfe, sich im Kreis von Gleichgesinnten zu bewegen. Als Einstieg besonders geeignet ist das seit zwei Jahren von einem Mitarbeiter fachkundig angeleitete Konditionstraining. Es dient als Basis für das Erlernen komplexer Bewegungsabläufe, wie sie beispielsweise beim Boxen gefragt sind. Gerade diese Sportart zielt auf eine Stärkung des persönlichkeitsbildenden und Selbstwert fördernden Erfahrungsfeldes. Diese zentralen Facetten des pädagogisch-kulturell-sportlichen Angebotes verlieren wir nie aus dem Auge. Das wöchentliche Training wird von Gärtnermeister Matthias Diderich geleitet. 100 Jahre im Dienst von jungen Menschen Es werden in dieser Schrift die Motive der Gründung des Johannesstiftes, die der jeweiligen Epoche geschuldeten Aufbruchstimmungen, die scharfen Schnitte und Zeiten des Neubeginns und die neue Trägerstruktur als neues Dach beschrieben. Dabei wird erkennbar, dass sich einstellende Erfolge jeweils Hoffnungen weckten. Die Wirkfaktoren wurden zu allen Zeiten ermittelt und in geordneten Verfahren konzeptionell verarbeitet. Zur Sicherung der notwendigen Rahmenbedingungen wurde verbal zart, in der Sache aber hart mit den wechselnden Kostenträgern verhandelt. Dem als richtig erkannten Legitimationsdruck der Arbeit wird mit Personal- und Organisationsentwicklung begegnet. Ein EDV-gestütztes Qualitätsmanagementsystem hilft, den Überblick über die im Alltag zu bewältigenden Regelungsbereiche zu behalten. Zwischen Tradition und Moderne wurden von den Verantwortungsträgern häufig Dinge getan, die zunächst angstbesetzt waren, weil ihre Tragweite nicht immer bis zum Ende einschätzbar war. So prägte das ambitionierte Tätigkeitsfeld der „heilpädagogischen Intensivbetreuung" ein Jahrzehnt, konnte aber wegen mangelnder Finanzierungsbereitschaft der öffentlichen Gewährleistungsträger nicht fortgeführt werden. Die mittlerweile neu aufgestellten Sozialpädagogischen Hilfen profitieren aber nachhaltig von den Erfahrungen in dieser Ära. In der Schule ist das Experiment mit der möglichen Erlangung des Realschulabschlusses ebenso erfolgreich wie in der Beruflichen Bildung die sich in einer dynamischen Entwicklung befindlichen Qualifizierungsbemühungen. Im Johannesstift läuft stets alles darauf hinaus, die Arbeit professioneller zu gestalten und immer bessere Ergebnisse zu erzielen. In identitätsstif-tenden internen Fortbildungsveranstaltungen macht sich die Dienstgemeinschaft fit für die Zukunft. Die erreichte Aufstellung in großer Breite ist nur mit mündigen Fachkräften herzustellen. Der Solidarzusammenhang von Leistungserbringern und Leistungsempfängern wird gepflegt. So wird es der Einrichtung gelingen, ohne Bedeutungsverlust auch in Zukunft eine Antwort auf die Nöte der Zeit zu geben!
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© 2004 - 2013 Sozialdienst katholischer Frauen
Wiesbaden
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