|
100
Jahre
Tradition und Innovation. Diese beiden Begriffe ziehen sich wie ein roter Faden durch diese Schrift. Wenn in einer Einrichtung einhundert Jahre lang zeitgemäße Erziehungshilfeleistungen erbracht werden, kann man von einem stabilen Erfahrungsfundament ausgehen. Auf dieser Grundlage, stets wissend, vor welchem traditionellen Hintergrund man sich bewegt, ist es den verantwortlichen Kräften im Johannesstift in jeder Epoche gelungen, Maßstäbe zu setzen. Im Jahr 1907 wurde in Wiesbaden von Kaiser Wilhelm II. das prachtvolle Kurhaus eingeweiht. Es diente der gehobenen Gesellschaft zu Erbauung bei festlicher Musik zu gepflegten Speisen. Mit der Gründung des Johannesstiftes im gleichen Jahr wurde der Intention der Stifterin Mathilde Großmann entsprochen und eine Antwort auf die Nöte von Kindern und Jugendlichen in dieser Zeit gegeben. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude als Hilfskrankenhaus der überlasteten städtischen Kliniken gebraucht. In den 50er Jahren wurden Krippenplätze aufgebaut, die mit der Änderung der Einstellung zu frühkindlicher Erziehung in den 80er Jahren wieder abgebaut wurden. Heute wäre man froh, über dieses wertvolle Angebot verfügen zu können. Vergleichbar verlief die Entwicklung bei den beruflichen Hilfen: In der Nachkriegszeit auf-, in den 70er Jahren abgebaut und in den 80ern wieder als hilfreich und notwendig entdeckt. Seitdem tragen die Produkte und Dienstleistungen der Ausbildungsbetriebe zur Erbauung der Kinder, Jugendlichen, Fachkräfte und Kunden bei. Stets Bestand in der Angebotspalette hatte die Heimerziehung. Es gab viele erfolglose Versuche, dieses wichtige Element der Erziehungshilfe verzichtbar zu machen. Mit einer im Laufe der Jahrzehnte erworbenen Gelassenheit betrachten sich die im Johannesstift wirkenden Menschen selbstbewusst als unverzichtbare Glieder eines Sozialstaatssystems, das immer Türen zur Zukunft öffnen muss. Die Schwerpunkte werden sich auch in Zukunft verändern. Mit dem im Laufe eines Jahrhunderts erworbenen Potential wird die sturmerprobte Mannschaft des Johannesstiftes in der Lage sein, innovative Wege mitzugehen. Wolfgang
Schmidt
Copyright
© 2004 - 2013 Sozialdienst katholischer Frauen
Wiesbaden
|
|
ooo |
|
ooo |
|
xxx |
|
Stand:
|