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100
Jahre
Der Sozialdienst katholischer Frauen e.V., Ortsverein Wiesbaden, kann mit Recht stolz auf seine 100-jährige Geschichte blicken. Denn das Jubiläum zeigt, wie tragfähig das damalige Eintreten für Frauen in Not geblieben und wie lebendig das Engagement von Frauen für Frauen noch heute ist. Die Entwicklung des Sozialdienstes katholischer Frauen als Sozialverband von Frauen in der Kirche zeugt von der Geschichte der „katholischen Frauenbewegung" seit Ende des 19. Jahrhunderts bis hin zum 21. Jahrhundert. Was als christliches und humanitäres Engagement Einzelner begann, entwickelte sich zu einer gewichtigen sozialpolitischen Aufgabe. Eine der Gründerinnen des Sozialdienstes katholischer Frauen, Agnes Neuhaus, sollte in den 1920er Jahren als Abgeordnete im Reichstag Geschichte schreiben mit der Verabschiedung des ,Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes', dem Vorläufer von Vorschriften der Kinder- und Jugendhilfe. Das Fundament für die fruchtbare Verbindung von ehrenamtlichem Engagement und staatlicher Fürsorge war gelegt. Wie verblüffend modern das Konzept der Fürsorgeexpertinnen der ersten Stunde zugunsten „obdachloser, gefallener und aufgegriffener Mädchen" war, zeigt sich an den frühen Satzungszielen des Vereins. Damals nannte man die Ziele im Blick auf die Unterstützung durch andere Institutionen: „Zusammenwirken mit der Sittenpolizei in vorbeugender und rettender Arbeit". Heute spricht man in der Jugendhilfe von: „Vernetzung und Kooperation mit staatlichen Einrichtungen sowie notwendiger Präventionsarbeit". Ein Blick auf die aktuellen vielfältigen Angebote des Wiesbadener Ortsvereins des Sozialdienstes katholischer Frauen sowie auf das Jugendhilfezentrum Johannesstift verdeutlicht beeindruckend, dass die Saat der „Gründungsmütter" aufgegangen ist und bis heute Früchte trägt zugunsten von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Familien. Denn die Dienstleistungsangebote wurden ständig den Anforderungen einer sich schnell wandelnden Gesellschaft angepasst und das Hilfeangebot entsprechend erweitert. War es früher notwendig, ein Säuglingsheim und dann eine Entbindungsstation einzurichten, bietet heute der SkF Schwangerschaftsberatung in Verbindung mit Lebensberatung oder auch Familien-Mediation. Das neue Beratungsangebot für schwangere Studentinnen an der FH Wiesbaden seit dem Jahre 2006, das den hoffnungsfrohen Namen „Lichtblick" trägt, drückt ein weiteres Mal die gelungene Verbindung von Lebensnähe und der Philosophie christlicher Caritas aus. Dies gilt in gleicher Weise für das Jugendhilfezentrum Johannesstift, das derzeit 150 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stationäre und teilstationäre Plätze zur Verfügung stellt. Hier werden junge Menschen professionell und engagiert mit Erziehung, Bildung und Anteilnahme in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt, damit sie künftig ein eigenständiges und selbstverantwortliches Leben führen können. Diese moderne Institution der Jugendhilfe in Wiesbaden hält konsequenterweise auch Angebote der beruflichen Bildung, Ausbildung und Beschäftigung für Jugendliche und junge Erwachsene bereit. Auch hier ist das Leitbild als Ausgangspunkt erkennbar, mit dem die Fachkräfte solchen jungen Menschen begegnen, die Unterstützung brauchen: das Wissen um die Entwicklungspotentiale in jedem Menschen. Im Spiegel der Vergangenheit sind die Prinzipien „Personalität, Solidarität und Subsidiarität" des Sozialdienstes katholischer Frauen in ihrer Lebendigkeit und Aktualität besonders deutlich erkennbar. Und sie kommen nach wie vor den Not leidenden Frauen und jungen Menschen zugute. Getreu dem Motto von Agnes Neuhaus: „Es gibt keine hoffnungslosen Fälle". Für diese Haltung aber braucht es Kraft, Wissen, Ausdauer, Mut und Menschenliebe; Eigenschaften, die nun schon 100 Jahre währen. Hierzu gratuliere ich ganz herzlich und wünsche für die Zukunft alles Gute. Silke
Lautenschläger
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© 2004 - 2012 Sozialdienst katholischer Frauen
Wiesbaden
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