100 Jahre
Johannesstift Wiesbaden
Sozialdienst katholischer Frauen

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Grußwort

Der Fürsorgeverein Johannesstift e.V. zu Wiesba­den' wird heute unter dem Namen ,SkF e.V. Wies­baden' 100 Jahre alt. Dazu gratuliere ich Ihnen ganz herzlich. Vereinszweck war die berühmte, von Agnes Neuhaus gebrauchte Formulierung: „Schutz und Rettung sittlich gefährdeter und ge­fallener Mädchen, Frauen und Kinder, sowie der verwahrlosten Jugend." Sie beschreibt drastisch den Personen kreis, an den sich unsere Hilfean­gebote vorrangig richteten.

Heute heißt das Schwangerenberatung' und alles, was sich darum herumgrup­piert, Betreuungs­arbeit nach dem BtG und Jugendhilfe, d.h. päda­gogische und schulische bzw. berufliche Hilfen.

Hier hat der SkF Wiesbaden Herausragendes geleistet, von seinen ehrenamt­lichen Anfängen bis zum etablierten Zusammenspiel von haupt­beruflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mit dem nach wie vor ehren-

amtlichen Vorstand. Gesellschaftlicher Wandel hat den SkF in seiner langen Geschichte immer herausgefordert. Er hat dabei seinen besonderen Fokus, die Arbeit von Frauen für Frauen, Kinder und Jugendliche, nicht aus dem Blick ver­loren.

Heute stehen wir im Umbruch zur Wissens­gesellschaft und müssen besonders aufmerksam sein auf die Chancen- und Teilhabegerechtigkeiten an Bildung und Ausbildung, die Voraussetzung für ein selbstverantwortliches Leben in Freiheit sind.

Gerade Mädchen und Frauen sind vor den gewandelten Anforderungen familialen Zusam­menlebens und beruflichen Engagements in ihrer Selbstwahrnehmung stark betroffen. Als Eltern sehen sie sich oft in ihrer Erziehungskompetenz über­fordert. Das bedeutet für uns verstärktes En­gagement in der Entwicklung ad­äquater familialer Lebensmuster (Familienzentren, Generationen­häuser als An­lauf­stellen), aber auch im Bildungs­bereich, d.h. in der Frühförderung der heute 3-Jährigen, im Ganztagsschulbereich, bei der Haus­aufgabenbetreuung - aber auch im Hinblick auf Schul- und Ausbildungsabbruch.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie auch heute en­gagierte und weitsichtige Frauen finden, die den Nöten unserer Zeit beherzt, d.h. auch mit einem großen Herzen, koordiniert und mit hohem fach­lichem Anspruch begegnen.

Maria Elisabeth Thoma
Bundesvorsitzende Sozialdienst katholischer Frauen

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Stand: 17.10.2011