Presseinfos
Presseecho
in Der Sonntag anlässlich der
Eröffnung der Aktion Moses Wiesbaden
Rund
um die Uhr erreichbar _________________________________________
Aktion
Moses für Frauen in Not jetzt auch in Wiesbaden –
Anderer Ansatz als bei Baby-Klappe.
Aktion Moses!?
Assoziationen mit Geschichte um die Geburt von Moses sind
beabsichtigt, zumindest was die Wahl der Namensgebung für
das Projekt angeht. „Schon im alten Testament gab es
Frauensolidarität“, erläutert Ingrid Abel,
Vorsitzende des Ortsvereins des Sozialdienstes katholischer
Frauen (SkF) in Wiesbaden. Und sie erzählt die bekannte
Geschichte der Mutter, die aus Angst um ihren Sohn Moses in einem
Binsenkörbchen in die Wellen des Nils setzte. Damals sollten
auf Befehl des Pharao alle männlichen Nachkommen der
Israeliten getötet werden, was ja dann durch die kluge
Ausführung ihres Planes verhindert wurde.
„Aber
die Rettung des Kindes und der Mutter war nur möglich durch
das solidarische Zusammenwirken vieler“, führt Abel
aus und stellt somit in doppelter Hinsicht Parallelen zwischen
der alttestamentarischen Begebenheit und dem Projekt heute her.
In Frankfurt hat der örtliche SKF vor wenigen Jahren
ebenfalls die Aktion Moses gestartet.
Vertrauliche
Geburt zugesagt
Meldungen von ausgesetzten
Säuglingen oder direkt nach der Geburt getöteter Kinder
erschrecken immer wieder. Und obwohl bereits ein vielfältiges
Hilfs- und Beratungsangebot für Frauen in Not- und
Konfliktsituationen besteht, gibt es noch immer Frauen, die sich
aufgrund ihrer Schwangerschaft in einer für sie ausweglosen
Krise befinden. Sie glauben, als Mutter unentdeckt bleiben zu
müssen. Durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit
versucht nun der Sozialdienst katholischer Frauen in Wiesbaden in
Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartnern, diese Menschen
anzusprechen. Eine spezielle Notrufnummer ist rund um die Uhr
geschaltet.
Mit dem Angebot der anonymen psychosozialen
Beratung und der Zusage, eine vertrauliche Geburt ermöglichen
zu können, will man die verzweifelten Frauen noch vor der
Entbindung erreichen.
Mütter
ins Blickfeld rücken
Wiesbadener
Initiatorin der Aktion Moses ist die Kinderärztin Dorothea
Gruß, stellvertretende Vorsitzende des Wiesbadener SkF. Die
Erfahrung zeige, so Gruß, dass die vielerorts installierten
so genannten Babyklappen, die eine vollkommene anonyme Abgabe
eines Neugeborenen ermöglichen, den Müttern die
radikale Lösung – den Verzicht auf das Kind –
als den richtigen Weg suggeriere, ohne im Vorfeld Alternativen
aufgezeigt zu bekommen. Gerade aber weil die Frauen durch zum
Teil dramatischste Beziehungs- und Familienverhältnisse
Angst vor Entdeckung ihrer Schwangerschaft hätten, müsse
versucht werden, so Gruß, „den Blick nicht nur auf
das Kind zu werfen“. Im Gegensatz zum Babyklappen-Modell
„wollen wir die Kausalitätsquelle der Problematik vom
Kind quasi zurückblickend betrachten und bereits die
werdende Mutter ins Blickfeld rücken“.
Die schon
vorhandenen Beratungsdienste und Hilfen (Lebensberatung,
Schwangerschaftskonfliktberatung und praktische Hilfen für
Mutter und Kind), die der SkF anbietet, seien in diesem
Zusammenhang nur eine, wenngleich solide Basis dafür, das
Projekt Moses erfolgreich angehen zu können. Die Komplexität
des Problemfeldes „anonyme / vertrauliche Geburt, mögliche
anonyme Freigabe der Kindes zur Adoption“ erfordere viele
weitere Kooperationspartner, erklärt Gruß. Dass der
nur kleine Vorbereitungskreis in Wiesbaden hier besonders von den
Vorerfahrungen ähnlicher Initiativen profitieren konnte, war
einer der vielen glücklichen Umstände.
Asklepios-Paulinen-Klinik
unterstützt das Projekt
Ganz entscheidend
– und das stellt nicht nur Gruß in den Vordergrund –
war das „Sich-Finden der beiden entscheidenden Partner“.
Mitinitiator des Projektes, Dr. Thorsten Mihm, Oberarzt der
gynäkologischen und geburtshilflichen Abteilung der
Asklepios-Paulinen-Klinik, ist es zu verdanken, dass
Schwangerenvorsorge und vertrauliche Geburten gewährleistet
werden können. Für die schwangeren Frauen –
gerade in Notsituation – stellt er die Notwendigkeit einer
kontinuierlichen ärztlichen Betreuung heraus: „Wird
eine Schwangerschaft aus verschiedensten Gründen
verheimlicht, verdrängt oder ignoriert, drohen
Verzweiflungstaten – heimliche Geburt mit enormen Risiken
für Mutter und Kind, Aussetzung oder gar Kindstötung.
Abhilfe erhoffen wir uns hier durch die Aktion Moses in Wiesbaden
und stellen gerne unsere Kompetenzen hierfür zur Verfügung.“
Mit dieser Zusage und der Übernahme der Kosten für eine
vertrauliche Geburt konnte die Initiative überhaupt erst in
Angriff genommen werden.
Zuwendungen des Bistums, Zuschüsse
des Sozialministeriums des Landes Hessens und viele weitere
kleinere und größere Zuwendungen von Firmen zum
Beispiel für die Städtewerbung, Plakatierung an
sozialen Brennpunkten durch sogenannte City-Lights, Druck der
Handzettel sowie die Unterstützung durch ehrenamtliche
Mitarbeiter, Spender und Förderer sind weitere Bausteine,
die das Zustandekommen der Aktion ermöglichten.
Vielleicht
kann es so gelingen, den Müttern Wege aufzuzeigen, mit ihrem
Kind zu leben und – wenn Frauen sich für eine
vertrauliche Geburt oder eine Arm-zu-Arm–Übergabe
entschließen sollten - die optimalen Rahmenbedingungen
dafür zu schaffen. (Claudia Mohr)
Der
Notar und die Grauzone _________________________________________
Die
Einbindung eines Notars ist unabdingbar unter dem Gesichtspunkt
der Personenstandswahrung. Warum gerade die anonyme /
vertrauliche Übernahme eines Kindes in die Obhut des SkF
beziehungsweise des Jugendamtes sich juristisch gesehen in einer
Grauzone bewegt, erläutert Rechtsanwalt und Notar Paul-Heinz
Dietz als weiterer Kooperationspartner. Dietz erklärt den
Zwiespalt zwischen dem Grundrecht auf Selbstauskunft und dem auf
Unverletzlichkeit des Lebens. Ihm obliegt es daher zu prüfen,
ob die Identitätspreisgabe der Mutter ihr Leben gefährden
könnte.
Gleichwohl wird versucht, mögliche spätere
seelische Schäden bei Mutter und Kind dadurch zu minimieren,
dass man im Falle einer vertraulichen Geburt oder
Arm-zu-Arm-Übergabe den Müttern empfiehlt, vertraulich
persönliche Angaben bei einem Notar zu hinterlegen. Hierfür
sind entsprechende Vorlagen vom SkF konzipiert worden.
Entscheidet die Mutter sich entgegen ihrer ursprünglichen
Absicht dann für das Behalten des Kindes, muss sie natürlich
ihre bis dahin gewahrte Anonymität aufgeben. Weitere
unterstützende Hilfe wird ihr aber in jedem Fall seitens des
SkF zugesagt. (Cm)
Auskunft
und Beratung _____________________________________________
Wiesbaden
/ Frankfurt – Kontaktaufnahme für die betroffenen
Frauen über die Tag- und Nacht-Telefonbereitschaft in
Zusammenarbeit mit dem SkF Mainz und der Telefonseelsorge
Mainz-Wiesbaden: Tel. 01805 / 088880.
Weitere Informationen
zum Moses-Projekt sind beim SkF Wiesbaden erhältlich:
Platter Straße 80, Tel. 0611/952870, Psychosoziale Beratung
wird in der SkF-Beratungstelle angeboten: Tel. 0611/9528712 oder
0611/9528713.
Bei der Realisierung des Projektes ist der SkF
auf Spenden angewiesen.
In Frankfurt ist das Moses-Projekt des
SkF unter der Notrufnummer & 0800/7800900 zu erreichen.
Auskunft erteilt der SkF Frankfurt: Kriegkstraße 36, 60326
Frankfurt, Tel. 069/973823.
Quelle:
Der
Sonntag, 29.06.2003 Nr.26, Seite 9.
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Mit
freundlicher Unterstützung und Genehmigung der Redaktion der
Kirchenzeitung Der Sonntag.
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